Einen Camper aus dem Ausland importieren? Berechnen Sie zuerst die BPM
Immer mehr Wohnmobilbesitzer schauen für ihr nächstes Wohnmobil über die Grenze. Das Angebot in Deutschland und Belgien ist groß und die Preise sind oft niedriger als in den Niederlanden. Doch der Kaufpreis ist nicht das Einzige, worauf man achten sollte. Beim Import eines Wohnmobils zahlen Sie nämlich BPM, und dieser Betrag entscheidet maßgeblich darüber, ob Ihr ausländischer Fund letztendlich wirklich günstig ausfällt. Wer das vorher gut durchrechnet, erlebt hinterher keine Überraschungen.
Was ist BPM und warum zahlt man es auf einen Camper?
BPM steht für Belasting van Personenauto’s en Motorrijwielen (Steuer für Personenkraftwagen und Motorräder). Im Ausland gibt es diese Steuer nicht, daher müssen Sie, sobald Sie ein Fahrzeug in die Niederlande bringen, eine BPM-Erklärung abgeben. Das gilt auch für Wohnmobile, und selbst wenn der zu zahlende Betrag letztendlich null Euro beträgt. Die Erklärung geht immer der Registrierung beim RDW voraus. Erst wenn die Erklärung abgeschlossen ist, kann Ihr Wohnmobil ein niederländisches Kennzeichen erhalten und Sie dürfen damit auf die Straße.
Die Höhe hängt vom Typ des Wohnmobils ab
Es gibt keinen festen Betrag, der für jedes Wohnmobil gilt. Für ein neues Wohnmobil wird die BPM auf den Netto-Listenpreis des Fahrgestells berechnet, d.h. den ursprünglichen Neupreis exklusive Mehrwertsteuer und BPM. Der Standardsatz beträgt 37,7 % dieses Listenpreises. Fährt das Wohnmobil mit Benzin, gibt es einen Abzug von über tausend Euro. Bei einem Dieselmotor kommt ein kleiner Aufschlag hinzu. Nicht Ihr Kaufpreis ist also maßgeblich, sondern der Fabrikpreis des Fahrgestells.
Bei einem gebrauchten Wohnmobil zahlen Sie keine volle BPM, sondern eine sogenannte Rest-BPM. Diese basiert auf der Abschreibung seit der Erstzulassung im Ausland. Gerade hier liegt oft der größte Unterschied zwischen zu viel und genau richtig zahlen. Ein älteres Wohnmobil mit erheblicher Abschreibung kann deutlich günstiger ausfallen, als man auf den ersten Blick denken würde.
Zwei Wege zur Bestimmung der Rest-BPM
Die Rest-BPM kann auf zwei Arten ermittelt werden. Die erste ist die pauschale Abschreibungstabelle: einfach anzuwenden, aber meist weniger günstig. Die zweite ist eine Berechnung auf Basis des aktuellen Marktwertes, untermauert durch ein Gutachten. Diese zweite Methode erweist sich bei älteren Wohnmobilen regelmäßig als vorteilhafter. Welche Methode am besten passt, hängt vom Alter, dem Listenwert, dem aktuellen Marktwert, einer eventuellen Umbaukonstruktion und der Kraftstoffart ab.
Wer hier die falsche Wahl trifft, riskiert einen höheren Steuerbescheid oder sogar eine Nachzahlung im Nachhinein. Lassen Sie deshalb Ihre BPM-Berechnung für Wohnmobile von einem Partner durchführen, der alle zulässigen Methoden vergleicht und das niedrigstmögliche Ergebnis ermittelt.
Achten Sie auf die mögliche Befreiung
In einigen Situationen müssen Sie überhaupt keine BPM zahlen. Das gilt zum Beispiel für ein Wohnmobil, das älter als 17,5 Jahre ist, und für ein vollelektrisches Wohnmobil. Auch dann bleibt die Erklärung obligatorisch, nur der zu zahlende Betrag beläuft sich auf null Euro. Es ist also gut, vorher zu prüfen, ob Ihr Wohnmobil unter eine solche Regelung fällt, denn das spart erheblich an den Gesamtkosten.
Achten Sie auch auf die Umbaukonstruktion
Viele Wohnmobile werden zunächst als Lieferwagen importiert und dann zu Wohnmobilen umgebaut. In diesem Fall können Sie für die BPM vom ursprünglichen Listenpreis des Lieferwagens ausgehen. Das kann einen erheblichen Unterschied in der endgültigen Berechnung ausmachen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Umbau den Anforderungen an ein Wohnmobil entspricht und korrekt beim RDW registriert wird. Indem Sie sich im Voraus den Typ des Fahrgestells und die Ausführung ansehen, behalten Sie selbst Einfluss auf die Kosten. Es lohnt sich daher, das Modell, das Baujahr und den Aufbau genau zu prüfen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Warum sich eine Vorab-Berechnung lohnt
Die BPM ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Hinzu kommen Transport, die RDW-Prüfung, Kennzeichenkosten und eventuelle Gutachterkosten. Indem Sie all dies im Voraus klären, wissen Sie genau, ob der Camper aus Deutschland oder Belgien nach allen Kosten immer noch günstiger ist als ein vergleichbares Modell in den Niederlanden. Eine Vorab-Berechnung gibt Ihnen diese Sicherheit und verhindert, dass Sie eine Entscheidung nur aufgrund des Angebotspreises treffen.
So gehen Sie vor
Wenn Sie ein Wohnmobil im Auge haben, sammeln Sie die wichtigsten Daten: Marke und Modell, Baujahr, Kraftstoffart und den Link zur Anzeige. Mit diesen Informationen kann ein Importspezialist die niedrigstmögliche BPM für Sie berechnen, oft innerhalb eines Werktages. So wissen Sie noch vor dem Kauf, wo Sie finanziell stehen, und können beruhigt die Grenze für Ihr nächstes Campingabenteuer überqueren.